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Zecken
Zecken sind kleine, spinnenähnliche Tierchen, die Blut saugen bei verschiedenen Tieren (und beim Menschen). Abgesehen von der Tatsache, dass die Zecke und ihre Entfernung für Ihr Haustier sehr unangenehm ist, können Zecken auch ernsthafte Krankheiten übertragen. Deswegen ist es vernünftig, Zecken schnell und korrekt zu entfernen und Ihr Tier zu behandeln, um Zeckenbissen vorzubeugen.
Der Lebenszyklus einer Zecke
Die Zecke, die hierzulande oft vorkommt, ist Ixodes ricinus, eine sog. Schildzecke. Eine andere Zecke, die früher nur in Südeuropa lebte, Dermacentor reticularis, ist wahrscheinlich durch Urlauber nach Nordeuropa verschleppt worden. Weil das Klima sich ändert und wärmer wird, kann auch diese Schildzecke in Nordeuropa überleben und unsere Haustiere belästigen.
Die Ixodes- und die Dermacentor-Zecke brauchen drei Wirte und haben einen Lebenszyklus, der aus vier Stadien besteht: Ei, Larve, Nymphe und erwachsene Zecke:
Aus den Zeckeneiern schlüpfen Larven. Die Larve sucht einen Wirt, um Blut zu saugen. Oft sind die Wirte der nicht erwachsenen Zeckenstadien kleine Tieren aus dem Wald oder Garten wie Mäuse oder Vögel. Wenn die Larve sich vollgesogen hat, fällt sie ab und häutet sich zur Nymphe. Die Nymphe sucht wieder einen Wirt, saugt Blut und fällt dann auf den Boden. Dort häutet sie sich zur erwachsenen Zecke. Diese sucht einen größeren Wirt wie Igel, Reh, Hund oder Mensch. Die erwachsenen Zecken paaren sich und nach der Blutmahlzeit lässt das Weibchen sich auf den Boden fallen, legt tausende Eier und stirbt.
Wenn eine Larve, Nymphe oder erwachsene Zecke einen Wirt sucht, klettert sie in niedrige Gewächse, wie kleine Sträucher oder hohe Gräser. Da wartet sie auf ein Wirtstier. Wenn es vorbeikommt, lässt sie sich fallen und beißt sich an ihm fest.
Krankheiten, die durch Zecken übertragen werden
Mensch, Hund oder Katze werden von dem Zeckenbiss als solchen nicht krank. Wenn eine Zecke korrekt entfernt wird, kann höchstens eine lokale Reaktion entstehen, wie eine Entzündung oder Hautirritation.
Das Problem ist, dass viele Zecken Krankheitserreger mit sich tragen, die während der Blutmahlzeit in den Menschen oder den Hund/die Katze gelangen können.
Borreliose: Die Ixodes-Zecke kann den Krankheitserreger Borrelia burgdorferi mit sich tragen. Borrelia verursacht die Lyme-Krankheit (Lyme-Borreliose, Lyme´s disease, Borreliose). Eine infizierte Zecke kann Mensch und Tier mit Borreliose infizieren.
Borreliose verursacht bei einem Hund (das Folgende gilt ebenso für Katzen) einige Tage nach dem Zeckenbiss grippeähnliche Symptome: Fieber, Lustlosigkeit und Appetitlosigkeit. Einige Zeit nach diesen Symptomen wird der Hund lahm. Diese Lahmheit wechselt ihren Ort; d.h. zuerst ist das Tier z.B. rechts vorne lahm, dann plötzlich links hinten. Wenn Ihr Hund nach einem Zeckenbiss undeutliche Beschwerden hat, melden Sie das bitte dem Tierarzt!
Borreliose wird mit Antibiotika behandelt. Wenn die Krankheit aber unbemerkt oder unbehandelt bleibt, kann Ihr Tier ernsthafte Lähmungsbeschwerden behalten für den Rest seines Lebens!
Babesiose: Die Dermacentor-Zecke kann den Parasit Babesia canis bei sich tragen. Dieser Parasit nistet sich in den roten Blutkörperchen des Hundes ein, nachdem er von einer infizierten Zecke gebissen worden ist. Der Parasit zerstört die Blutkörperchen und so kommt es zur Hämolyse, dem Blutabbau. Das verursacht beim Hund Fieber, Lustlosigkeit, Kurzatmigkeit, Icterus (Gelbsucht) und rotgefärbten Urin. In der akuten Phase dieser Krankheit können Hunde auch aufgrund der Blutarmut sterben. Wenn die Krankheit langsamer verläuft, können ernsthafte Nierenschäden entstehen. Es ist deswegen sehr wichtig, diese Krankheit schnell zu erkennen und zu behandeln oder besser: ihr vorzubeugen!
Ehrlichiose: Die Dermacentor-Zecke kann auch mit dem Parasit Ehrlichia canis infiziert sein. Diese schaden den weißen Blutkörperchen und Gefäßwänden. In der akuten Phase verursacht eine Ehrlichia-Infektion Lustlosigkeit und Blutungsneigungen. Die chronische Phase äußert sich in Fieberanfällen, Nasenblutungen, Ödemen und Blutungen unter der Haut, eitrigen Nasenausfluss, Blutarmut, Gelenkbeschwerden usw.
Besser vorbeugen!
Weil bekannt ist, dass Zecken sehr unangenehme und gefährliche Krankheiten übertragen können, ist es vernünftig, zu versuchen, die Anzahl von Zeckenbissen möglichst zu beschränken oder besser noch, Zeckenbissen vorzubeugen.
Kontrollieren Sie Ihren Hund regelmäßig auf Zecken. Wenn eine Zecke innerhalb von 24 Stunden entfernt wird, ist die Chance einer Infektion minimal. Eine Zecke ist mit einer Zeckenzange einfach zu entfernen. Halten Sie dabei die Zecke mit der Zange gut fest, dicht an der Haut des Hundes. Drehen Sie die Zange, bis die Zecke loslässt. Desinfizieren sie das Stichloch, z.B. mit Alkohol.
Betäuben Sie die Zecke vor dem Entfernen nicht mit Alkohol oder Öl! Die Zecken spritzen dann mehr Speichel in den Hund und so wird das Risiko einer Infektion noch vergrößert!
Um die Wahrscheinlichkeit von Zeckenbissen zu erniedrigen, können Sie den Hund (die Katze) auch mit einem Mittel gegen Zecken behandeln. Diese sind erhältlich als Tropfen (Spot-on) und als Halsband.
Möchten Sie Ihren Hund ins Ausland mitnehmen?
Wie oben beschrieben gibt es in Deutschland ein ziemlich großes Risiko, dass ein Hund infiziert wird durch eine Zecke. In Südeuropa und Nordafrika ist dieses Risiko noch um ein Vielfaches erhöht! Wenn Sie Ihren Hund vor Krankheiten schützen möchten, sollten Sie ihn deshalb am besten nicht „in den warmen Süden“ mitnehmen. Möchten Sie es doch gerne, dann sollten Sie das Tier vor Zeckenbissen schützen! Achten Sie darauf, dass die Möglichkeit, auf infizierte Zecken zu treffen, bereits südlich von Paris erhöht ist!
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