Arthrose
Ein Gelenk besteht aus zwei Knochenenden, die untereinander beweglich verbunden sind. Die Knochenenden sind mit Knorpel bedeckt und mit Bändern und Gelenkkapsel miteinander verbunden. In der Gelenkhöhle befindet sich Synovia, eine Gelenkschmiere, die dafür sorgt, dass die Knochenenden geschmeidig übereinander bewegt werden können.
Knorpel besteht aus Knorpelzellen, die von Bindegewebsfasern (Kollagenfasern) umgeben sind. Das Kollagen wird gehalten von zwei Arten von Glycosaminoglykane (GAG): Hyaluronsäure und Proteoglykane. Weil Proteoglykane Wasser binden können, ist Knorpel sowohl kräftig (wegen dem enthaltenen Bindegewebe) als auch flexibel (wegen dem enthaltenen Wasser). Deswegen ist Knorpel eine kräftige, aber auch federnde, schockabsorbierende Schutzschicht der Knochenenden.
Knorpel kann beschädigt werden durch verschiedene Ursachen: Verschleiß (z. B. wegen hohem Alter), Überbelastung, erbliche Beschwerden in Bezug auf die Gelenkanlage (z. B. Hüftendysplasie oder Ellenbogendysplasie), Infektionen usw. In den geschädigten Geweben in und um das Gelenk entstehen (sterile) Entzündungsprozesse, die zu den Schmerzen beitragen. Gelenkprobleme, verursacht durch diese Beschädigungen, werden Arthrose genannt. Wenn der Knorpel über längere Zeit angegriffen wird, entstehen bestimmte Änderungen im Gelenk, die irreversibel sind und dauerhaft Probleme verursachen. Deswegen ist es wichtig, dass Arthrose schnell bemerkt wird; dann kann etwas unternommen werden, um zu versuchen, die Folgen zu minimieren.
Gelenkprobleme – was nun?
Wenn Sie bei Ihrem Tier ein Gelenkproblem vermuten, sollten Sie einen Tierarzt/eine Tierärztin zu Rate ziehen. Probleme, die auf eine Arthrose hindeuten, sind: Schwierigkeiten beim Aufstehen, Lahmheit, Steifheit nach Ruhe, Zögern sich zu bewegen, Schmerzen (piepsen, Bein hochheben), Abnahme von Muskelmasse usw. Der Tierarzt/die Tierärztin wird das Tier untersuchen und sehr wahrscheinlich ein Röntgenbild machen. Obwohl der Knorpel selber nicht auf dem Röntgenbild zu sehen ist, kann man Gelenkschädigungen manchmal bemerken aufgrund Knochenzubildungen im Gelenk.
Arthrose ist leider nicht zu heilen; man sollte aber versuchen, die Gelenkkondition nicht weiter verschlimmern zu lassen und dem Patienten wieder möglichst gute Gelenkfunktionen zu verschaffen. Um dies zu erreichen, kann man verschiedene Maßnahmen ergreifen:
* Operation
In bestimmten Fällen (z.B. bei erblichen Gelenkbeschwerden) ist der Knorpel so beschädigt, dass kleine Stückchen davon sich abgelöst haben und als „Bröckchen“ in der Gelenkhöhle liegen. Bei jeder Bewegung verursachen diese „Gelenkmäuse“ Schmerzen. Wenn der Tierarzt/die Tierärztin vermutet, dass solche „Gelenkmäuse“ vorhanden sind, wird er/sie wahrscheinlich entscheiden, sie durch eine Operation zu entfernen.
* das Körpergewicht optimieren
Wenn das Tier Übergewicht hat, müssen die Gelenke nicht nur das normale Körpergewicht tragen, sondern aber auch die überschüssigen Kilos mitschleppen. Um einer Überbelastung der Gelenke vorzubeugen, ist es besser, diese überschüssigen Kilos wieder loszuwerden. Tiere mit Übergewicht sollten deshalb abnehmen.
* Vernünftige Bewegung
Arthrosepatienten hilft regelmäßige Bewegung. Bewegung ist wichtig, um die Muskeln rund um die erkrankten Gelenke zu trainieren. Lassen Sie das Tier sich viel „auf einer geraden Linie“ bewegen und vermeiden Sie übermäßiges „Drehen“. Das passiert z. B., wenn man mit dem Hund zusammen viel mit einem Ball spielt. 5-mal täglich 20 bis 30 Minuten lang spazieren zu gehen, ist für Arthrosepatienten besser als ein einziger langer Spaziergang pro Tag von z. B. 2,5 Stunden. Bauen Sie die Menge an Bewegung allmählich auf und rechnen Sie dabei mit den Möglichkeiten und Beschränkungen Ihres Tieres. Eine Beratung durch einen Tierphysiotherapeut kann sehr hilfreich sein. Auch Schwimmen unter kontrollierten Umständen (sog. Hydrotherapie) ist eine gute Art, Ihr Tier sich bewegen zu lassen.
* entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente
Um die (sterilen) Entzündungen (diese sind nicht verursacht durch Bakterien) in und um die Gelenke und damit auch die Schmerzen zu lindern, kann der Tierarzt /die Tierärztin Medikamente verschreiben. Meistens sind das NSAR (Nichtsteroidale Anti-Rheumatika). Auch gibt es alternative Möglichkeiten, Schmerzen zu lindern: Manche Patienten reagieren z. B. sehr gut auf Akupunktur.
* Nahrungsergänzungsmittel (NEM)
Es gibt viele Nahrungsergänzungsmittel für Gelenkbeschwerden, wie z.B. Gelatinaat, Seraquin oder Glyco-Flex. Die meisten zielen darauf, Baustoffe zu liefern für den Knorpel und die Gelenkschmiere. Außerdem hemmen sie die Entzündungsprozesse in und um die Gelenke und fangen freie Radikale ab, die bei diesen Entzündungsprozessen entstehen. Die Resultate von NEM bei Arthrosepatienten sind manchmal so gut, dass die Medikamentierung langsam abgebaut werden kann.
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